Persona & Blickrichtung
Untersuchungen zur Fragmentierung des Selbst in der vernetzten Moderne.
Künstlerische Forschung:
In der Serie „Persona und Blickrichtung“ analysiert Carola E. Thiele die Fragmentierung des Selbst innerhalb einer hochgradig vernetzten Welt. Ihr Fokus liegt dabei nicht allein auf dem technologischen Medium, sondern auf dem psychologischen Zustand der Ablenkung.
Sie macht die Spannung zwischen der digitalen Persona und der oft isolierten inneren Stille sichtbar.
Es ist eine tiefgreifende Analyse der modernen Human Condition im „Zwischenraum“ von permanenter Beobachtung und existenzieller Isolation.
Philosophie und Form:
Thieles technische Präzision fängt die kühle Atmosphäre liminaler Räume ein, in denen das Individuum zwischen authentischem Sein und inszeniertem Schein verweilt.
Die klare, oft radikale Blickführung innerhalb ihrer Kompositionen betont die psychologische Distanz unserer Zeit. Das Werk wird so zum Spiegel einer Gesellschaft, die im Virtuellen Präsenz sucht, während sie im Physischen an Bodenhaftung verliert.

Mit dem Kopf durch die Wand
In Anlehnung an C.G. Jungs Analytische Psychologie thematisiert Carola E. Thiele den Konflikt zwischen der Persona (soziale Maske) und dem wahren Selbst. Die Figur stemmt sich gegen die mineralische Architektur des eigenen Daseins – ein schmerzhafter Moment der Entschleierung.
Zentrale Symbole
Der pendelnde Angelhaken im azurblauen Raum fungiert als ambivalentes Symbol: Er steht für Impulse aus dem Unbewussten, die das Individuum aus seiner starren Rollenhaftigkeit „angeln“ und in den Prozess der Individuation führen.
Die Ästhetik
Die haptische Pigmentschichtung macht die Reibung zwischen materieller Schwere und psychischer Freiheit physisch greifbar. Ein wertstabiles Unikat (Akoun-zertifiziert), das die Notwendigkeit erforscht, die eigene Blickrichtung radikal zu ändern.

The Selfie
In „The Selfie“ dekonstruiert Carola E. Thiele das zeitgenössische Streben nach digitaler Selbstverewigung innerhalb einer fragilen Existenz. Eine Figur in formeller Persona balanciert am äußersten Rand einer schwebenden Architektur, um den perfekten Moment festzuhalten – während hinter ihr eine Leiter in die Leere führt. Das Werk ist eine scharfsinnige Analyse der Human Condition im 21. Jahrhundert: Die Jagd nach der medialen Präsenz kollidiert mit der existenziellen Instabilität des Augenblicks.
Die Ästhetik
Die Komposition besticht durch den harten Kontrast zwischen der mineralischen, ockerfarbenen Wandstruktur und der unendlichen Weite des klaren Azurblaus. Ein im Hintergrund platziertes Bild eines kahlen Baumes spiegelt die innere Leere der Inszenierung wider. Die haptische Pigmentschichtung verleiht der Szene eine physische Dichte, die den surrealen Charakter der Situation unterstreicht. Ein wertstabiles Unikat (Akoun-zertifiziert), das die Grenze zwischen Selbstinszenierung und Realitätsverlust auslotet.

Hellsehen
In „Hellsehen“ visualisiert Carola E. Thiele die paradoxe Statik einer fragilen Existenz. Eine maskierte Figur verharrt auf einem schmalen Sockel innerhalb einer schwebenden, ockerfarbenen Architektur. Der pendelnde, überdimensionierte Angelhaken und die am Abgrund lehnende Leiter fungieren als Metaphern für eine prekäre Zukunftserwartung und die Sehnsucht nach Erkenntnis im liminalen Raum.
Die Ästhetik
Die Arbeit besticht durch den radikalen Kontrast zwischen der erdigen, haptischen Pigmentschichtung der Wände und der unendlichen Weite eines intensiven Azurblaus. Thiele macht hier die Schwere der menschlichen Persona in einem schwerelosen Raum physisch greifbar. Ein wertstabiles Unikat (Akoun-zertifiziert), das 2020 als zentraler Bestandteil ihrer künstlerischen Forschung zur Human Condition entstand.